Darum geht es
Das Kind erzählt von Situationen, die sich nach Fantasie anhören… aber sind sie das wirklich? Wie unterscheiden wir Eltern zwischen kindlicher Vorstellungskraft und echten Erlebnissen?
Eure Frage.
Ehrlich gestellt.

Liebes Team der Elternberatung,

schon lange höre ich euren Podcast und lese eure Emails, nun habe ich ein Anliegen. Mein Sohn, er wird bald vier, hat eine blühende Fantasie. Oft weiß ich, dass etwas erfunden ist, wie wenn er erzählt, er sei mit unserem Auto gefahren oder war alleine einkaufen, dann sag ich einfach „Du hast aber eine schöne Fantasie.“

Dann wiederum kommen Geschichten auf, die, wenn sie wahr sind, sehr viel Ärger bedeuten können für andere. So z.B. hat er einmal erzählt, dass eine Erzieherin ihn gebissen hat und bei näherem Nachfragen konnte er es sehr detailliert erzählen und zeigen. Ich muss dazu sagen, dass er sprachlich sehr, sehr weit ist. Am nächsten Tag, nachdem ich es bereits im Kindergarten angesprochen hatte, erzählte er dann, dass sie ihn doch nicht gebissen hat. Ein anderes Mal erzählte er, dass ein Mädchen ihn auf Toilette abgeputzt hat, weil die Erzieherin nicht kam. Auch das musste ich ansprechen. Heute morgen erzählt er dann, dass ein Junge im Kindergarten sein Pipi probiert hat und ihn am Popo angefasst hat. Auch hier hat er wieder Details genannt. Der Junge hat Klopapier genommen, ins Klo getaucht und abgeleckt.

Ich weiß bei solchen Geschichten nicht, was ich machen soll. Vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben? Wir hatten das Thema schon mit „Mein Körper gehört mir“ und wer ihn alles abputzen darf, was erlaubt ist und was nicht und was nur Mama und Papa dürfen, bzw. Ärzte, wenn Mama und Papa es erlauben. Darüber sprechen wir ganz offen. Aber bei so Geschichten, die dann auch andere betreffen, weiß ich nicht mehr weiter. Psychisch nimmt mich das total mit. Ich habe Angst, dass ich falsch reagiere und mein Sohn mir irgendwann nicht mehr alles erzählt. Ich versuche da, ruhig zu bleiben, aber das fällt mir sehr schwer. Ich bekomme da auch Angst, dass es wirklich mal zum Missbrauch kommt und er es mir dann entweder nicht erzählt oder ich ihm nicht glaube. Wie kann ich besser damit umgehen? Wie kann ich meinem Sohn die richtigen Fragen stellen? Gibt es etwas, woran ich vielleicht erkennen kann, dass etwas ausgedacht ist?

Ich schätze eure Arbeit sehr und bin schon sehr gespannt auf eure Antwort.

Die Antwort
unserer Expertin.
Erzählt mein Kind die Wahrheit?
Stephanie Schmiedel — FamilyLab Deutschland

Liebe Mama, Lieber Papa,

danke, dass du uns schreibst und mit uns deine Gedanken und Sorgen zu diesem wichtigen Thema teilst. Es ist spürbar und toll, wie ernst du das Erzählen deines Sohnes nimmst. Es ist so nachvollziehbar, wie belastend diese Geschichten für dich gerade sind – besonders, wenn es um Situationen geht, in denen du nicht selbst dabei bist, wie z.B. im Kindergarten.

Du sprichst ein Thema an, das ganz viele Eltern mit Kindern in diesem Alter beschäftigt:
Wann ist es Fantasie und wann ist es Wirklichkeit – und wie schütze ich mein Kind, ohne es selbst oder andere zu verdächtigen?

Ich möchte deine Frage gern aus verschiedenen Perspektiven betrachten und dir ein paar Impulse dazu schreiben, wie Kinder in diesem Alter ihre Wirklichkeit eigentlich erleben und uns davon erzählen und was du vielleicht auch ganz konkret tun kannst, um deinen Sohn weiterhin gut und sicher, auch bei für uns schwierigen Themen, zu begleiten.

Wie erleben Kinder im Alter deines Sohnes die Wirklichkeit?

Dein Sohn ist fast vier Jahre alt. Zentral in diesem Alter zwischen drei und fünf Jahren ist die Fantasie und das magische Denken. Auf einmal leben unter dem Bett kleine Monster und ob Mama oder Papa nicht vielleicht doch zaubern können, ist für Kinder in dem Alter nicht sicher. Es ist eine wunderbare Zeit, in der noch so viel Raum für ganz fantastisches Denken und Erleben seinen Platz hat. Kinder in diesem Alter können natürlich schon vieles unterscheiden. Die ersten kritischen Fragen, ob es das Christkind denn wirklich gibt und wie sich das Ganze mit dem Osterhasen verhält, werden häufig zum ersten Mal gestellt. Aber Realität, Wünsche, Geschehens und Erlebtes vermischen sich häufig noch sehr stark. Vierjährige können häufig schon sehr genau sagen, dass Menschen oder Hunde nicht fliegen können und Fantasie und Realität häufig schon früh gut unterscheiden.

Die aktuelle Forschung hierzu belegt dies, betont jedoch auch, dass Kinder sehr sensibel und aufmerksam sind bei Fragen, die ihnen gestellt werden. Besonders bei Fragen, die vielleicht häufig wiederholt werden und hinter denen sich so vielleicht auch Erwartungen der Erwachsenen verstecken. Das macht es für uns Erwachsene immer ein wenig kompliziert, erfundene Geschichten und wahre Ereignisse gut voneinander unterscheiden zu können.

In diesem Alter sind Kinder also mitten in einer Phase, in der ihre lebendige Fantasie, Realität, Wünsche, Angstbilder und Dinge, die sie irgendwo gehört oder gesehen haben, noch sehr eng beieinander liegen: Die Geschichten meines Sohnes mit drei Jahren über seinen Spaziergang, ganz alleine mit den Hunden in den Wald, waren in dieser Zeit typisch dafür, wie groß, kompetent und sicher er sich fühlt, wenn unsere Hunde bei ihm sind. Natürlich habe ich den Vater meines Sohnes etwas verunsichert und fragend angeschaut und habe es tatsächlich für den Bruchteil einer Sekunde ernsthaft hinterfragt, ob er unseren Sohn wirklich allein mit den Hunden hat rausgehen lassen. Hat er natürlich nicht. Aber unser Sohn hat es so überzeugend erzählt, dass ich kurz verunsichert war.

Kinder in diesem Alter können manchmal schon sehr genau und detailliert erzählen – so wie dein Sohn über die Situationen im Kindergarten. Die Detailfülle allein bedeutet jedoch hierbei nicht automatisch: Das ist auf jeden Fall genau so passiert! Sie zeigt zuerst einmal, wie intensiv das Thema innerlich in ihm gerade arbeitet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Bei Themen rund um den eigenen Körper, Nähe, Toilette, Anfassen kommt noch etwas dazu: Das sind für Kinder hochspannende, manchmal auch beschämende oder verunsichernde Themen. Sie probieren in Geschichten aus, was erlaubt ist, was verboten ist und sie erzählen uns mit ihren Geschichten, was sie vielleicht verwirrt oder beschäftigt. Sie tun dies auch, um unsere Meinung dazu zu hören.

Dass ein Kind uns eine Geschichte erzählt, heißt also nicht automatisch, dass sie in jedem Detail genauso stimmt, aber genauso wenig, dass es reine Fantasie ist: Es ist meist eine Mischung aus Erlebtem, Gefühltem, Gesehenem und Ausgedachtem. Auch eine Fantasiegeschichte erzählt etwas über das innere Erleben unserer Kinder. Die Frage, ob die inneren Bilder unserer Kinder, die sich im Spiel oder aber in erzählten Geschichten oder beschriebenen Situationen zeigen, ihren Ursprung im realen Leben haben, können wir so oft nicht sofort eindeutig zuordnen. Kinder im Alter eures Sohnes erzählen uns von ihren inneren Bildern genauso, wie es euer Sohn tut. Es braucht Erwachsene wie dich, die hinschauen, hinhören und aufmerksam und erreichbar für unsere Kinder sind.

Zuhören als Blick in die kindliche Welt

Wir haben durch das Hören und Aufgreifen der Geschichten unserer Kinder eine ganz wunderbare Möglichkeit, einen Blick in ihre Welt, in ihre Gedanken zu bekommen. Wie schön, dass dein Sohn dir diesen Blick in seine Welt schenkt. Wir haben als Erwachsene so die Chance, unsere Kinder zu sehen und zu verstehen, was sie gerade beschäftigt, sie dabei zu begleiten und ihnen dabei auch von uns zu erzählen. Welche Gedanken habe ich bei dieser Geschichte? Welche Gefühle habe ich bei der Erzählung von solchen Situationen, wie sie dein Sohn dir beschrieben hat? Du darfst zeigen, dass dich diese Geschichten beschäftigen – aber dosiert, so dass dein Sohn nicht das Gefühl bekommt, er müsse dich trösten oder schützen.
Ein Satz wie „Das, was du erzählst, ist mir wichtig, ich höre dir gut zu.“, verbindet Ehrlichkeit, Ruhe und Sicherheit und dein Sohn kann sich gesehen fühlen.

Indem du deine Frage und deine Gefühle auch hier teilst und sie ernst nimmst, gehst du so wunderbar gleichwürdig mit dir und den erzählten Geschichten deines Sohnes um: Deine Gefühle (vielleicht Angst, Überforderung, Unsicherheit) sind genauso wichtig wie die Erlebnisse deines Sohnes. Beides darf da sein, ohne dass eines davon klein geredet wird. Du siehst deinen Sohn als kompetenten Menschen, dessen innere Wirklichkeit du ernst nimmst – unabhängig davon, wie wir Erwachsenen die äußeren Fakten erst einmal bewerten. Wie großartig!

Das Wichtigste für dich ist, dass es deinem Sohn gut geht und er sicher aufwachsen kann. Die Sätze, die ihr schon habt – „Mein Körper gehört mir.“, „Du darfst immer Nein sagen.“ – sind so wichtig. Sie stärken ihn.

Es ist die Aufgabe der Erwachsenen, Situationen zu erklären und zu klären, zu schützen und sichere Strukturen zu schaffen. Dein Sohn trägt hierbei gar nicht die Verantwortung, die „Wahrheit zu beweisen“, das ist nicht seine Aufgabe. Du tust genau das Richtige und Wichtigste, indem du nachfragst, mit der Kita sprichst und dir Unterstützung holst.

Was kannst du also konkret tun, wenn er solche Geschichten erzählt?

Wenn Dein Sohn dir seine Geschichten, oder besser, seine inneren Erlebnisse erzählt, ist es gut, wenn es dir gelingt, mit ihm in Verbindung zu bleiben und ihm Sicherheit zu geben – zuhören und anerkennen: „Ich finde es toll, dass du mir davon erzählst.“

Offene Fragen können Türen öffnen und können verhindern, durch die Frage an sich schon der Antwort eine bestimmte Richtung zu geben: „Erzähl mir mal von Anfang an, wie das war.“, „Und was ist dann passiert?“, „Wo wart ihr da?“.

Also nicht: „Hat sie dich wirklich gebissen?“ oder „Bist du sicher, dass das stimmt?“

Kinder in diesem Alter orientieren sich stark daran, was sie glauben, was wir hören wollen. Kinder sind kooperativ. Fragen, die zu sehr lenken, verändern die Geschichten häufig. Am Beispiel deines Sohnes könnte es so gewesen sein:

Du fragst ihn: „Hat die Erzieherin dich wirklich gebissen?“

Seine kooperative Antwort: „Ja, genau!“

Die Erzieherin fragt ihn: „Ich habe mit dir gespielt und so getan, als ob ich ein Löwe bin. Du weißt, dass ich dich nicht in Echt gebissen habe, oder?“

Seine Antwort: „Ja, genau. Du hast mich nicht gebissen!“

Dies als Beispiel, wie sehr wir mit unseren Fragen auch immer die Antwort von Kindern in diesem Alter beeinflussen können. Ein kleiner Exkurs in die Hirnentwicklung und Sprachentwicklung unserer Kinder zwischen drei und fünf Jahren verdeutlicht dies: Kinder in diesem Alter merken sich noch immer zuverlässig das Letzte, das wir gesagt haben. Wenn wir also wollen, dass unser Kind das hört und wahrnimmt, was wir sagen, dann sollten wir es in einem Satz möglichst ans Ende stellen. Es macht gerade bei kleinen Kindern einen Unterschied, ob wir sagen: „Schmeiß den Löffel nicht runter!“ oder „Der Löffel bleibt auf dem Tisch liegen!“. Probiere es einmal aus, wenn du dieses Phänomen noch nicht kennst. Manchmal entstehen dabei sehr lustige Dinge, besonders am gedeckten Tisch. 😉

Wichtig ist jedoch, unabhängig davon, wie du die Geschichte später einordnest, kann am Ende stehen: „Wenn jemals jemand etwas mit deinem Körper macht und du das nicht möchtest, oder dich irgendwo anfasst, wo es sich komisch anfühlt, dann sag ganz laut NEIN! und komm bitte immer zu mir. Ich höre dir zu und ich kümmere mich darum.“ Mit einem solchen Satz versteht dein Sohn: Mama oder Papa sind zuständig, nicht ich – und das ist eine so wichtige und entlastende Information für unsere Kinder!

Wie kannst du dieses Thema mit der Kita besprechen?

Du hast, aus meiner Sicht, völlig richtig gehandelt, indem du die Geschichten in der Kita angesprochen hast. Das gehört einfach zu deiner Verantwortung. Gerade in Gesprächen, die schwierige Themen berühren – körperliche Übergriffe oder grenzverletzendes Verhalten gehören genau zu diesen Themenbereichen – kann es hilfreich sein, wenn wir erst einmal sachlich beschreiben, was unser Kind uns erzählt hat. „Mein Sohn hat mir folgende Situation erzählt…“, – ohne Vorwürfe. Wie du beschrieben hast, hast du es so mit der Kita besprochen und dich erkundigt, wie das Vorgehen, z.B. beim Begleiten des Toilettengangs in der Kita ist und wie sichergestellt wird, dass sich die Kinder sicher fühlen. Genau das ist unsere elterliche Verantwortung.

Manchmal, gerade bei Themen, die im Bereich körperlicher Grenzüberschreitungen für uns liegen, kann es hilfreich sein, zu einem solchen Gespräch noch weitere Personen hinzuzuziehen, die aufgrund ihrer Fachlichkeit hierbei wertvolle Gesprächspartner sein können. Viele Einrichtungen kooperieren im Rahmen ihres Kinderschutzauftrags mit einer sogenannten „insoweit erfahrenen Fachkraft“ (Kinderschutz-Fachberatung nach § 8a SGB VIII). Das sind speziell geschulte Fachkräfte, die Einrichtungen beraten, wenn es um mögliche Gefährdungen, Grenzverletzungen oder Unsicherheiten im Umgang mit dem Kindeswohl geht. Auch du als Mutter oder Vater kannst die Leitung eurer Kita ausdrücklich danach fragen, um mehr Sicherheit zu bekommen, die Erzählungen deines Kindes besser einordnen zu können. Als Mutter hast du in der Regel keinen direkten offiziellen Auftrag an diese Fachkraft, du könntest die Leitung eurer Kita jedoch darauf ansprechen und diese Unterstützung erfragen.

Damit signalisierst du: Es geht mir nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine fachlich fundierte und faire Klärung im Sinne meines Kindes. So nimmst du dein Kind ernst, dich selbst ernst und gibst der Sicht der Fachkräfte ebenfalls Raum. Es geht nicht darum, jemanden anzuzeigen, sondern gemeinsam zu klären: Ist der Rahmen sicher oder braucht es vielleicht Anpassungen?

Weiter möchte ich dir noch etwas zu deiner Angst schreiben. Du schreibst sehr klar, wie sehr dich das alles mitnimmt. Das ist völlig verständlich. Vielleicht hilft dir, dir innerlich zu sagen: „Ich sehe meine Verantwortung. Ich höre zu, ich frage nach, ich spreche mit der Kita. Mehr kann ich heute und jetzt nicht tun, und das ist schon sehr viel.“
Wenn du jedoch merkst, dass deine Angst dauerhaft sehr stark bleibt, kann eine Familienberatung vor Ort oder auch therapeutische Unterstützung eine gute Idee sein. Dort kannst du genau diese Unsicherheit besprechen: „Wie bleibe ich wachsam, ohne überall Gefahr zu sehen?“ Auch das gehört zum Bereich deiner persönlichen Verantwortung – du übernimmst die Verantwortung für dich selbst und dein sicheres Gefühl. Du darfst gut für dich sorgen und alle Unterstützungen in Anspruch nehmen, die dir dabei helfen können.

Wahrheit oder Fantasie?

Kann man erkennen, ob die Geschichten unserer Kinder ausgedacht oder wahr sind? Die ehrliche Antwort darauf ist: Nein – es gibt keine Methode, die uns eindeutig erkennen lässt, ob etwas stimmt oder ausgedacht ist. Ein paar Beobachtungen können uns jedoch helfen, ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, was im Kern der erzählten Geschichte wichtig sein kann: Erzählungen, die über einen längeren Zeitraum gleichbleiben, sollten wir ernster nehmen. Wenn du offen nachfragst und immer wieder komplett neue Varianten auftauchen, kann das ein Hinweis sein, dass dein Sohn ausprobiert, wie sich Geschichten anfühlen und wie deine Reaktion darauf ist. Unsere Reaktionen sind für Kinder wichtige Wegweiser, damit sie in sich selbst eine Art Kompass für richtig oder falsch, gut oder böse, fair oder unfair, usw. entwickeln können. Unsere Haltung zu wichtigen Themen zählt so viel für Kinder und wir sollten ihnen davon erzählen, was wir gut und richtig und auch was wir falsch und gefährlich finden. Unsere Kinder hören uns zu, immer, auch wenn es sich für uns Eltern in diesen Momenten nicht so anfühlt, dass unser Gesagtes auch gehört wird.
Für deinen Alltag und euch als Familie kann es vielleicht entlastend sein, den Fokus zu verschieben – weg von der Frage „Stimmt das hundertprozentig?“, hin zu Fragen wie: „Wie geht es dir damit?“, „Was hast du dir in der Situation gewünscht?“, „Was brauchst du von mir, wenn sowas (angeblich oder wirklich) passiert?“.

So bleibst du und bist du immer nah an am inneren Erleben deines Sohnes und stärkst eure Beziehung – unabhängig davon, wie sich die äußeren Fakten im Einzelfall und im weiteren Verlauf vielleicht darstellen.

Du machst bereits unglaublich viel: Du sprichst offen mit deinem Sohn über seinen Körper, du ermutigst ihn, dir alles zu erzählen, und du gehst schwierigen Geschichten nicht aus dem Weg, sondern suchst das Gespräch mit der Kita und übernimmst Verantwortung. Das ist ein wichtiges Signal für deinen Sohn und genau der Rahmen, den Kinder brauchen, um auch in Zukunft vielleicht sehr heikle Dinge bei dir ansprechen zu können. Du zeigst deinem Kind, dass es wichtig ist, auf sich selbst und andere zu achten, offen zu sprechen und so von anderen gehört und ernstgenommen zu werden. Und dein Sohn erfährt: Mama oder Papa sind immer auf meiner Seite und interessieren sich dafür, wie es mir wirklich geht. Was für eine wichtige Botschaft für unsere Kinder!

Du darfst dir selbst zugestehen, dass das anstrengend ist – und du darfst dir Unterstützung holen. Wie wunderbar, dass du das mit deiner Frage in der Elternberatung getan hast. Dein Sohn hat dich an seiner Seite, du schaust hin und übernimmst Verantwortung. Das ist einer der größten Schutzfaktoren für unsere Kinder.

Herzliche Grüße
Stephanie